Selbstversuch Leberwertsenkung

Wer mich regelmäßig liest, weiß dass meine Umstellung auf Kohlenhydratarme Ernährung aufgrund erhöhter Leberwerte den Ursprung fand. In meiner Familie ist eine Fettleber anscheinend genetisch „vorgesehen“. Meine Schwester bekam ihre erste Diagnose diesbezüglich schon vor ca 40 Jahren. Seitdem ernährt sie sich sehr bewusst, vor allem fettarm, trinkt so gut wie nie Alkohol. Nichtsdestotrotz sind ihre Werte über die Jahre nicht wesentlich besser geworden.

Ich bekam den ersten Warnschuss Ende August 2012, die niederschmetternde Diagnose dann Mitte Dezember, in der mir ein Spezialist bestätigte wie schlecht es meiner Leber ginge. Durch das Vorbild meiner Schwester war ich nicht überzeugt dass fettarme Ernährung der Weisheit letzter Schluss sei und befragte das „allwissende“ Internet. Dort stieß ich dann auf die Vermutung dass der Verzicht auf Kohlenhydrate womöglich mehr Fette reduzieren kann als der Verzicht auf Fett selbst. 

„Versuch macht kluch – schaden kann es vermutlich nicht“, dachte ich mir und stellte konsequent um. Schwester war interessiert und fasziniert und vor allem sehr gespannt, ob das tatsächlich mehr bringt als ihre Ernährungsweise.

Heute habe ich die erste Bestätigung erhalten, die so viel positiver ist als ich es mir je erträumt hätte. Mein Gamma-GT Wert sank innerhalb der letzten 6 Wochen von 103 auf 42 (unauffällig ist bis 40), mein GOT(ASAT)-Wert von 52 auf 33 (unauffällig ist bis 35) und mein GPT(ALAT)-Wert von 78 auf 53 (unauffällig ist bis 35). Und das OBWOHL Weihnachten und Silvester sowie ein Geburtstag mit drei Gänge Menü dazwischen lag und ich eindeutig geschlemmt habe. An Silvester habe ich sogar etwas Alkohol getrunken.

Ich bin erleichtert und begeistert und werde diese Art der Ernährung beibehalten. In den nächsten 6 Wochen werde ich mir wahrscheinlich ab und zu mal wieder etwas Wein oder Bier gönnen um zu sehen, wie sehr sich dieser Genuss auf die Werte auswirkt. Allerdings werde ich auch regelmäßiger zum Sport gehen, was weiteres Fettgewebe (auch das in der Leber) schmelzen lassen sollte. Und dann die nächste Blutuntersuchung in ca. 6-8 Wochen vornehmen lassen. 

 

Grünkohlchips

Bei meinen Recherchen nach ansprechenden LowCarb Rezepten lande ich irgendwie immer wieder auf Amerikanischen Seiten. Meist ist für mich der Ursprungssuchort Foodgawker denn mein Auge kocht immer mit.

Dort stolperte ich vor schon vor Wochen immer wieder über Rezepte die etwas Grünes beinhalteten das mich irgendwie sehr ansprach. > „Kale“ ?!?
Ich kannte das englische Wort für Grünkohl bis dato nicht, noch wäre mir eingefallen dass es sich bei den Rezepten tatsächlich um selbigen handeln könnte. Als waschechter Niedersachse/Norddeutsche kannte ich Grünkohl und Pinkel. Ende. Grünkohl in seiner Niedersächsischen Form ist mir ein Graus. Ich gehöre zu den Menschen, die sich immer wieder dazu hinreißen lassen trotzdem zu probieren, weil genau DIESE Zubereitung viel leckerer sei als jede andere… Nun ja, der Hunger würde es wohl reintreiben, aber ich würde es weder kochen noch im Restaurant bestellen.

Umso erstaunter war ich zu entdecken, dass es mehr als eine Zubereitungsart für dieses Gemüse zu geben scheint. Sehr früh stolperte ich via foodgawker auch über „Kale Chips“ die irgendwie spannend aussahen. Und immer wieder stolperte ich in den nächsten Wochen auf irgendwelchen Blogposts über „Kale Chips“. Um genau zu sein sind „Kale Chips“ in Amerika offensichtlich gerade MEGA-In und es gibt wenig Foodblogs die noch ohne Grünkohlchipsrezept sind… Gibt man „Kale Chips“ als Suchbegriff bei Foodgawker ein erhält man 161 Treffer… O.o

Ich hab heute zunächst die Grundform ausprobiert. Und es ist wirklich unfassbar einfach und idiotensicher.
Backofen vorheizen; Umluft 150 Grad.
Frischen Grünkohl waschen, absolut trocken schleudern oder tupfen. In mundgerechte Stücke reissen, zu dicke Stengel Teile weglassen. In einer Schüssel mit Olivenöl besprenkeln und salzen, gut mischen! Ich hab dafür ne große Plastikschüssel mit Deckel genommen und kräftig geschüttelt.
Backbleche mit Backpapier auslegen, Grünkohl darauf verteilen so dass sich die Blätter nicht berühren, für 12 Minuten in den Ofen, fertig.

Heraus kommt ein äußert günstiger, absolut gesunder Snack, der bereits in der leicht gesalzenen Form unfassbar lecker ist. Die Chips sind sehr cross und es macht Spaß sie zu knabbern. Gleich morgen werde ich die nächste Portion machen, diesmal mit mehr mit Gewürz.

Kohlenhydratgelage

Heute war es so weit. Nach drei Wochen Ernährungsumstellung (mit einem übersichtlichen Ausbruch an Silvester in Form von Sekt und Schokolade) hatte ich heute unbändigen Appetit auf Nudeln! Ich liebe Nudeln, schon seit immer. Auf Kohlenhydrate fast ganz zu verzichten erschien mir überwiegend gar nicht SO schwierig als ich es beschloss, aber auf Nudeln zu verzichten würde irgendwann zu einem Problem werden, das war mir klar.

Während ich Nudeln und Tomatensoße kochte war ich noch wild entschlossen wenig davon zu essen und mir lieber noch einen großen Salat dazu zu machen. Das verwarf ich dann aber kurzerhand. Auf meinem Teller befand sich also eine ebenso große Portion Spaghetti wie bei allen anderen, mit Tomatensoße und Parmesan. Und wo ich schon dabei war gönnte ich mir nach diesem Mahl auch noch ein klitzekleines After Eight Eis.

Es war lecker. Ich habe sowohl Nudeln als auch Eis sehr genossen. Aber es war nicht grandios.

Das ist jetzt ca 3 Stunden her und ich sterbe quasi vor Hunger. Ich könnte ein halbes Schwein vertilgen, mindestens. Früher habe ich immer gedacht dass Essen das kein Fett oder kein Fleisch enthält mich langfristig nicht satt macht, aber es stimmt tatsächlich – es sind Kohlenhydrate die hungrig machen. Erschreckend.

 

Der Blumenkohltrick

Ein Blog auf das ich via foodgawker stieß ist ourladyofsecondhelpings.com

Die Dame hat insgesamt viele spannende Ideen und Ansätze und ich werde in den nächsten Tagen sicher noch viel bei ihr nachlesen und ausprobieren.

Sofort fasziniert hat mich allerdings ein Rezept das aussah wie gebratener Reis aber gar keinen Reis enthielt. Statt dessen hat sie Blumenkohl pulverisiert und angebraten. *_*

Beim nächsten Einkauf erst mal Blumenkohl mitgenommen. Und der Mann, der mir bereits mehrfach mitteilte er möge keinen Blumenkohl: „Wofür is der denn?“ „Für mich!“

Das Rezept habe ich ganz heimlich in meiner Küche nachgekocht. Blumenkohl in die Küchenmaschine und klein gehackt! So ein Spaß… Das Ergebnis davon sieht so aus: 706330068

Dann bin ich dem Rezept ziemlich nah gefolgt und habe serviert. Und alle mochten es. Es ist wirklich total genial und völlig wandlungsfähig. Selbst der Mann mochte es und holte sich eine zweite Portion. (Obwohl er ziemlich schnell dahinter kam dass die geheime Zutat „Blumenkohl“ ist…)

Prädikat: EMPFEHLENSWERT, einfach, genial!

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Stevia

Ich hörte schon früh von Stevia, vor ca 1 1/2 Jahren. Damals war die Pflanze in Deutschland noch nicht als Süßungsmittel zugelassen. Paradoxerweise befand sie sich aber schon in einigen Tees, deren Rezeptur schlicht und ergreifend so alt war, dass sie Bestand hatte BEVOR Stevia als Süßungsmittel nicht zugelassen war. Bürokratiegedöns – fragt nicht…

Inzwischen ist Stevia zugelassen und in diversen Produkten enthalten. Die Fritz Cola Stevia enthält neben Stevia leider auch noch andere Süßstoffe und sogar ganz normalen Zucker. Sehr schade. Schmecken tut sie allerdings ziemlich gut. Stevi-Lakritz  von Haribo hingegen ist wirklich frei von Zucker und ich als absoluter Lakritz-Fan finde es extrem lecker!

Meinen Kaffee trinke (trank) ich normalerweise süß und blond. Sojamilch pur im Kaffee statt Milch finde ich völlig in Ordnung, aber auch noch eine trinkbare Süße hinzubekommen, daran bin ich bislang gescheitert. Die früher erhältlichen Süßstoffe die z.B. in Natreen enthalten waren fand ich schon immer ziemlich ekelig. Ich hab mir jetzt Stevia Tabletten von Canderel Green und auch die Streusüße besorgt. Aber auch das mag ich NICHT in meinem Kaffee. Örgs. In Tee hingegen finde ich es absolut angenehm, leicht süß und nicht so seltsam wie andere Süßstoffe.

Große Hoffnungen hatte ich in die Stevia Streusüße gesetzt und hoffte daraus gebrannte Mandeln machen zu können. Ein entsprechendes Rezept fand ich auf einem amerikanischen Blog. Allerdings nutzte die Dame Kokosöl (gar nicht gut für meine Leber) und „Swerve“ (ein amerikanisches Süßsstoffprodukt). Ich ersetzte es durch Walnussöl und Stevia und Voila – das Steviapulver von Canderel Green fand es müsse sich nicht in heißem Öl auflösen… >:/

Die fertigen Mandeln sind sowohl geschmacklich als auch optisch ein Totalausfall.

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Mit Stevia muss ich wohl noch ein wenig üben… Für sachdienliche Hinweise ob schon mal jemand gebrannte Mandeln mit Stevia gemacht hat hab ich immer ein offenes Ohr!

 

SMARTe Hilfe

Das wichtigste bei einer Ernährungsanpassung ist zu wissen, was man bisher gegessen hat und in welchen Mengen, was man in Zukunft ändern sollte (möchte) und welche Lebensmittel welche Inhaltsstoffe besitzen.

Ihr kennt es alle; Weight Watchers und das Punkte Prinzip. Cleveres Konzept, weil es so einfach ist. Und es funktioniert tatsächlich (eines der wenigen Diätkonzepte das das von sich behaupten kann). Im Prinzip ist es aber nichts anderes als ein erweitertes Kalorienzählkonzept. Es berechnet wie viele Punkte Mann/Frau pro Tag verbrauchen darf. Zusätzliche Punkte dürfen verbraucht werden wenn man sich körperlich betätigt. Einfach, logisch, übersichtlich.

Aber WW ist teuer. Man muss sich entweder die Heftchen besorgen mit den Punkten drin oder die App. Und für beides muss man erst mal Mitglied sein. Das kostet ab 5€/Woche. Alles was WW dafür tut ist Lebensmittel in Punkte umzurechnen und die Menschen so zu sensibilisieren welche Nahrung wie schwer „wiegt“ im täglichen Verbrauch. Das ist nicht verkehrt, aber überflüssig.

Inzwischen gibt es reichlich Nachahmer dieses Konzepts. Und unfassbar viel Apps für unsere Smartphones – mit Abo, ohne Abo, einfach, kompliziert, bunt, schlicht.

Für mich war am wichtigsten dass nicht nur Kalorien angezeigt werden sondern ALLE Inhaltsstoffe. Und nach einiger testerei blieb ich hängen bei fddb.info. Eine kostenlose Datenbank mit inzwischen 174.550 Produkten.  Apps gibt es sowohl für Android als auch für iOS und sie sind einfach und übersichtlich. Fertiggerichte und auch viel außerhäusige Fast-Food Snacks sind bereits enthalten. Ein Scanner scannt Barcodes direkt von der Lebensmittelverpackung. Und durch das Anlegen eines Ernährungstagebuchs kann man ganz deutlich sehen was man wovon im Laufe des Tages zu sich genommen hat und wo noch Verbesserungspotential herrscht.

Und so sieht das ganze dann aus… (Auszug aus der Browserdarstellung)

Unbenannt

Böse Kohlenhydrate

„…und was gibt es dazu? Kartoffeln, Reis, Nudeln, Baguette?“ eine Frage die ich mir wohl bei fast jeder aufwändig selbst gekochten Mahlzeit stellte. Die richtige Antwort wäre in allen Fällen „keines davon!“ gewesen. Aha?!

Natürlich hatte ich schon davon gehört, man solle abends möglichst keine Kohlenhydrate mehr essen, da die dick machen würden. Die Stichworte „Low-Carb“ und „Glyx“ waren mir ebenfalls schon untergekommen. WIE schlimm es wirklich ist, war mir jedoch überhaupt nicht klar. (Aber inzwischen hab ich reichlich recherchiert)

Mein Gastroenterologe sagte zu mir: „Beherzigen sie einfach Folgendes; lieber Pflanze als Tier, lieber Gemüse als Brot!“ dass das nur ein Teil der Lösung sein konnte wurde mir schnell klar. Ich aß nämlich kaum Brot. Mochte das noch nie so sehr. Was er eigentlich hätte sagen wollen (müssen) war: „Meiden Sie möglichst tierische Fette und Kohlenhydrate.“

Tierische Fette – gerne verteufelt aber halb so wild (doch dazu komme ich später) enthalten die „falschen“ Fette und sollten gemieden werden. Jep, hab ich schon mal gehört. Aber was zum Geier haben Kohlenhydrate mit meiner Leber zu schaffen? Wenn die ein Fettproblem hat steckt dann nicht auch zu fettes Essen dahinter? Nein. Es sind in der Tat die Kohlenhydrate die unsere Gesellschaft verfetten lassen und krank machen. Die uns müde und schlapp machen. Die wirklich kaum in unserer Ernährung vorkommen sollten, da unser Stoffwechsel (mit Genen aus der Jäger und Sammler Ära) überhaupt gar nicht damit klar kommt.

Ausgenommen davon sind natürlich alle, die viel verbrennen, sei es durch harte körperliche Arbeit, viel Sport oder weil ihr Körper das schlicht und ergreifend tut, egal was sie den ganzen Tag treiben (die Glücklichen). Die brauchen tatsächlich die zusätzliche Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten.

Ottonormalschreibtischsitzer braucht die allerdings weniger.

Durchschnittlich 100g Glukose braucht ein Erwachsener Mensch täglich. Die kann er sich aus den zugeführten Kohlenhydraten nehmen. Er könnte sie allerdings auch selbst herstellen aus Eiweißen. (Fast) jeder Mensch nimmt täglich wesentlich mehr als 100g Kohlenhydrate zu sich. Wohin damit? In Fett umwandeln und einlagern. Für schlechte Zeiten. (Die wir gar nicht mehr haben…)

Wenn unsere Fettspeicher gut gefüllt sind fängt unser Körper sogar auch an Glucose zu verbrennen. Und da er mit dem verbrennen von Glucose komplett ausgelastet ist bleibt für das Fettverbrennen leider keine Zeit. So traurig.

Das komplette Weglassen von Kohlenhydraten aller Art ist fast nicht möglich und auch nicht gewünscht (wenngleich tatsächlich unschädlich!). Aber die Kohlenhydratzufuhr auf ein Minimum zu beschränken ist machbar. Und empfehlenswert! (Es sei denn man ist Sportler oder harter körperlicher Arbeit ausgesetzt.)

Ich verzichte seit über einer Woche komplett auf: Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln. Schokolade gönne ich mir in Maßen. Zucker in Kaffee und Tee wird weggelassen, in gekochten Speisen seit gestern durch Stevia ersetzt. (Dazu später mehr)

In den ersten Tagen hatte ich kurz nach den Kohlenhydratarmen Mahlzeiten schnell wieder Hunger. Das gibt sich aber nach ein paar Tagen, ich verspreche es.